Allgemeines über Spinnen
Spinnen sind eine interessante Spezies. Dass sie als fleißige Insektenvertilger gelten, dürfte allgemein bekannt sein. Ich möchte an dieser Stelle noch ein paar allgemeine Fakten über Spinnen zusammentragen, die vielleicht weniger bekannt, aber dennoch wissenswert sind.
Die ersten Spinnen tauchten vor 400 Millionen Jahren (Devon) auf der Erde auf. Damals herrschte eine Blütezeit der Spinnentiere; die Entwicklung der Insekten steckte zu dieser Ziet noch in den Kinderschuhen. Spinnen sind also entwicklungsgeschichtlich älter als Insekten.
Die altertümlichen Spinnen des Karbon (vor 300 Millionen Jahren) waren ausnahmslos segmentiert; ähnlich den heutigen Gliederspinnen.
Fossile Spinnen sind überwiegend durch baltischen (300 Arten) und dominikanischen Bernstein (100 Arten) überliefert. Es gibt aber auch Funde in Kreide. Die systematische Ordnung der Spinnen ist etwas schwierig, da nicht aus allen Zeitabschnitten genügend Fossilfunde vorliegen. Deshalb ordnet man die Spinnenarten nach äußeren Merkmalen. Systematisch gehören Spinnen neben Skorpionen und Milben zu den Spinnentieren.
Von den 34.000 Spinnenarten, die auf der Erde bekannt sind, leben nur 16 mehr oder weniger in sozialem Verband, wo sie Netz und Nahrung miteinander teilen. In der Regel sind sie jedoch Einzelgänger, die sich aus dem Wege gehen oder sich gegenseitig als Beute ansehen. Heimisch ist bei uns eine Spinnenart mit dem bezeichnenden Namen "Spinnenfresser", die sich ausschließlich von Spinnen ernährt. Sie ist recht häufig, wird aber wegen ihrer Winzigkeit kaum wahrgenommen.
Überleben
Spinnen können monatelang ohne Nahrung auskommen. Das verdanken sie ihrem niedrigen Stoffwechselumsatz. Bei -4 Grad Celsius verfallen sie in eine Kältestarre, ab -7 Grad Celsius sterben die meisten Spinnenarten ab. Die Kreuzspinne hält es dagegen noch bis - 20 Grad Celsius aus, wobei die Wissenschaft das Geheimnis ihrer Kälteresistenz noch nicht enthüllt hat.
Sinne
Spinnen können riechen und schmecken. So können sie ungenießbare Nahrung erkennen und einander identifizieren. Viele Sinnesorgane liegen auf ihren Tastorganen, den Pedialpen. Darüber hinaus tragen sie auch auf den Beinen Sinneshärchen, mit denen sie sogar richtungsrichtig Schwingungen wahrnehmen können; etwa in ihrem Netz. Das ist wichtig bei nachtakiven Spinnen.
Nachtschwärmer?
Ob eine Spinne nachtaktiv oder tagaktiv ist, lässt sich an ihrer Färbung erkennen. Ist sie Grau, schwarz oder braun nuanciert, handelt es sich um eine nachtaktive Spinne, ist sie eher bunt, ist es eine tagaktive.
Atmung
Die Atmungsorgane der Spinne befinden sich auf der Unterseite des Opisthosomas (siehe Grafik oben). Es gibt Spinnen mit Tracheenatmung, welche mit Fächerlungen und solche, die über beides verfügen. In jedem Falle sind Atmungsbewegungen nich notwendig und die Spinne kann ganz sill und bewegungslos dasitzen.
Fressen der Beute
Gemeinsam haben alle Spinnen, dass sie die Beute außerhalb ihres eigenen Körpers zerkleinern. Solche, deren Cheliceren mit deutlichen Zähnchen versehen sind, zerkleinern ihre Beute zu einem Brei bevor sie diese fressen. Solche, die nur über wenige oder überhaupt keine Zähnchen auf den Cheliceren verfügen, lösen ihre Beute durch injizierte Verdauungss¨fte nach und nach auf und saugen sie aus (z. B. Tegenaria); dabei bleibt von ausgesaugten Beutetieren die äußere Form vollständig erhalten, im anderen Fall bleiben von den Beutetieren allenfalls ein paar Haare oder sonstiges unverdauliches übrig.
Das Ophistosoma
Bei fast allen Spinnen ist das Ophistosoma weichhäutig und dehnbar. Bei den ursprünglichen Spinnen, den Mesothelae (Gliederspinnen) weist der Hinterleib jedoch eine deutliche Gliederung in Segmente auf; daher auch der Name.
Links zum Thema
Spinnenbestimmung www.araneae.unibe.ch/
Letzte Änderung: 2007-06-06